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SUMMARY:Queerfilmfestival 2026 - Zazie Kino
DESCRIPTION:Geboten wird queeres Kino in seiner ganzen unverschämten Vielfalt und Energie: von kunstvoll bis kämpferisch\, zärtlich bis zügellos. Unter den 18 Filmen sind Preisträger und Highlights der Festivals von Cannes („Flesh & Fuel“\, „Jim Queen“)\, Venedig („On the Road – En el camino“)\, Berlin („Iván & Hadoum“) und San Sebastián („Maspalomas“). Beiträge wie „Blue Film“ aus den USA und „Die Passion nach G.H.B.“ aus Brasilien werden schon jetzt kontrovers diskutiert und als Kultfilme der Zukunft gehandelt – sie gehören übrigens zu den sieben Deutschlandpremieren des Queerfilmfestivals. \n\n\n\n\nDie 18 Filme auf einen Blick:\n\n„Bearcave“ von Krysianna B. Papadakis & Stergios Dinopoulos\nGriechischer Liebesfilm über zwei Freundinnen\, die lustvoll den Ausbruch aus dem ländlichen Patriarchat proben.\n\n„Blue Film“ von Elliot Tuttle\nKontovers diskutiertes Psycho-Drama über einen Sexworker\, der von einem anonymen Kunden zum brutalen Seelen-Striptease herausgefordert wird.\n\n„Body Blow“ von Dean Francis\nWilder australischer Glam-Noir über einen sexsüchtigen Polizisten\, der einem Twink fatal verfällt.\n\n„Cooking up Democracy“ von Monika Treut\nDemokratie-Rezepte von queeren Aktivist:innen aus Taiwan\, serviert u. a. von der ehemaligen Digitalministerin Audrey Tang.\n\n„Die Passion nach G.H.B.“ von Gustavo Vinagre & Vinícius Couto\nOrgiastisches Chemsex-Kammerspiel mit philosophischen Exkursen in die brasilianische Literatur.\n\n„Departures“ von Neil Ely & Lloyd Eyre-Morgan\nCharmantes britisches Comedy-Drama über einen netten Normalo\, der sich in einen toxischen Pseudo-Hetero-Macho verknallt.\n\n„Eine Matrosengeschichte“ von Kasper Kalle\nSchaurig-schöne Gothic-Love-Story auf den Faröer Inseln\, nach einer Kurzgeschichte von Karl Heinrich Ulrichs.\n\n\n\n„Fantasy“ von Kukla\nUrbanes Balkanmärchen über eine Mädchen-Clique\, die sich von einer glamourösen trans Frau zu mehr Widerständigkeit inspirieren lässt.\n\n„Flesh & Fuel“ von Pierre Le Gall\nHoffnungsvoller Liebesfilm über ein französisch-polnisches Fernfahrer-Paar\, in Cannes mit der Queer Palm Revelation ausgezeichnet.\n\n„Free at Heart“ von Max Hegewald\nEine verbotene Liebe zwischen zwei Teenagern in Niedersachsen. Beim Festival in Hof mit einer besonderen Erwähnung der Jury bedacht.\n\n„Maspalomas“ von Moriarti\nVielfach preisgekrönter Arthouse-Hit über einen schwulen Rentner\, der sich nach einem Schlaganfall in sein queeres Utopia auf Gran Canaria zurückkämpft.\n\n„Iván & Hadoum“ von Ian de la Rosa\nAusgezeichnet mit dem Berlinale-Teddy: Liebesdrama trifft Arbeitskampf in diesem feinfühligen Film über einen trans Mann zwischen Karriere und Lebensglück.\n\n„Fucking Different Generations“ realisiert von Kristian Petersen\nSiebter Teil der legendären\, vor 21 Jahren initiierten Kompilationsfilmreihe: Kurzfilme als Bestandsaufnahmen der queeren Communities im Wandel der Zeit.\n\n„Paris Was a Woman“ von Greta Schiller\nDokumentarfilmklassiker von 1996 über die feministischen Heldinnen des Paris der 1920er und 1930er Jahre. Wird gezeigt in einer aufwendig restaurierten Fassung.\n\n„Jim Queen“ von Nicolas Athané und Marco Nguyen\nUmwerfend witzige Animationskomödie für Erwachsene über einen schwulen Fitness-Influencer\, der es mit einer rätselhaften Heterose-Pandemie zu tun bekommt.\n\n„On the Road – En el camino“ von David Pablos\nAbgründiger\, vielfach ausgezeichneter Liebes-Thriller um einen Trucker und einen Dealer auf den weiten Straßen Nordmexikos.\n\n„On the Sea“ von Helen Walsh\nAn der rauen Küste von Nordwales finden zwei Muschelfischer zueinander. Ein erwachsener\, besonderer Film über die Liebe.\n\n„Skiff“ von Cecilia Verheyden\nEine Fünfzehnjährige findet erst das Mädchen ihrer Träume und dann zu sich selbst. Ein zärtlicher Film über die Unausweichlichkeit des Erwachsenwerdens.\n\nhttps://queerfilmfestival.net
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LOCATION:Zazie Kino\, Kleine Ulrichstraße 22\, 06108 Halle (Saale)
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SUMMARY:Vortrag: "AIDS\, ACT UP und Queer Politics" mit Martin Thiele
DESCRIPTION:Die Herausbildung der Queer Theory und Queer Politics in den USA der ausgehenden 1980er und beginnenden 1990er Jahre und das damit verbundene Aufkommen postmoderner Formen des Aktivismus und des Denkens markiert einen Bruch mit dem Mainstream lesbisch-schwuler Bürgerrechtspolitiken. Das Bewusstsein über das Ende einer bewegungshistorischen Ära und die Euphorie des Aufbruchs steckt in jedem Satz\, den die Queer Theory schreibt\, und jedem Slogan\, den queere Proteste skandieren. \n\nDieser in der Literatur oft als „Queer Moment“ bezeichnete Entstehungszeitraum queerer Politiken und Theorien fällt mit der sogenannten AIDS-Krise der 1980er Jahre zusammen. Das queere Projekt betritt also just in dem Moment die Straßen und das akademische Parkett\, in dem sich schwule und bisexuelle Männer nicht nur einer Epidemie gegenübersehen\, die sie in ihrem individuellen und kollektiven Fortbestehen bedroht\, sondern ebenso einer Gesellschaft\, die ihrem massenhaften Sterben schulterzuckend zusieht oder dieses sogar freudig begrüßt. Zunächst einmal mutet dieses Zusammenfallen der Entstehung einer neuen Bewegung mit ihrer Affirmation einer noch unbekannten\, aber in jedem Fall queeren Zukunft mit einer gesellschaftlichen Situation\, die bereits ihr Ende zu verheißen scheint\, seltsam an. \n\nIm Vortrag wird es darum gehen\, diesen Zusammenhang näher zu beleuchten und damit begreifbar zu machen. Dabei soll herausgestellt werden\, dass die queere Bewegung nicht rein zufällig vor dem Hintergrund der US-amerikanischen AIDS-Krise entsteht. Vielmehr sollen die mit ihr verbundenen epidemiologischen\, sozialen und politischen Herausforderungen für die lesbischen und schwulen Communities als notwendige Entstehungsbedingungen von Queer Theory und Queer Politics verstanden werden. Das Aufkommen neuartiger theoretischer Denkbewegungen und aktivistischer Strategien\, die in den frühen 1990er Jahren unter dem Label „queer“ formieren\, – so also These und Inhalt des Vortrages – sind nur vor dem Hintergrund der AIDS-Krise denk- und verstehbar. Im Zentrum der Auseinandersetzung werden vor allem die aktivistischen ACT UP-Gruppen stehen\, die sich Mitte der 1980er Jahre vor allem in den Großstädten der USA gründen und als Wegbereiter queerer Bündnis- und Repräsentationspolitiken verstanden werden können. \n\nMartin Thiele ist Diplom-Erziehungswissenschaftler und als Berater und Geschäftsführer für die AIDS-Hilfe Halle/Sachsen-Anhalt Süd tätig. Er forscht\, schreibt und referiert sozial- und kulturwissenschaftlich zur Geschichte queerer Bewegungen und radikaler AIDS-Politiken. Aktivistisch engagiert er sich im Kontext emanzipatorischer Sexual- sowie progressiver Sozial- und Gesundheitspolitik.
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